Meine liebe CDU,

als treues Mitglied machst du mir seit einiger Zeit das Leben schwer. Anstatt die AfD zu halbieren ziehst du Groll und Unmut auf dich.

Ein Parteivorsitzender und Kanzler, der in seiner Kommunikation oft prollig und unüberlegt wirkt. Ein Berliner Bürgermeister, der in weiß lieber Tennis spielt, als sich um zehntausende Stromlose zu sorgen. Und ein Fraktionschef, der eine Leihmutter bezahlt, obwohl er dies vor Jahren noch unmoralisch fand und den Bürgern verwehrte.

Einige meiner Freunde haben ihre Mitgliedschaft mittlerweile aus Frust gekündigt. Bedauerlich.

Aber, so einfach will ich mir die Sache nicht machen.

Es ist die Zeit der Kriege und Krisen. Die politischen Herausforderungen sind gewaltig. Orientieren wir uns doch an Persönlichkeiten wie Adenauer und Erhardt, wie Kohl und Merkel.

Und Wahlen stehen an. Mein Kreuz geht und bleibt bei der CDU. Packen wir es gemeinsam an. Wir schaffen das!

Uwe-G. Schulze

Merz ist (endlich) Bundeskanzler

Wie viele Demütigungen musste Friedrich Merz in seinem Politikerleben erleben.

Als Franktionsvorsitzender wurde er durch Merkel und Stoiber hinter seinem Rücken entmachtet, bevor Erstgenannte sechszehn Jahre deutsche Bundeskanzerlin blieb.

Die Wahl zum neuen CDU-Vorsitzenden verlor er dann später zwei Mal. Gegen eigentlich blasse Gegenkandidaten.

Auch seine Wahl zum Bundeskanzler ging gestern im ersten Anlauf in Berlin schief. Die Eigenen folgtem ihm zunächst nicht.

Friedrich Merz hat gekämpft. Oft nicht ganz souverän und widersprüchlich, schließlich erfolgreich.

Deutschland hat endlich einen Kanzler Merz und eine Regierung. Mit konservativem Anstrich und mit vielen sozialdemokratischen Ministern.

Ich wünsche den Frauen und Männern um den neuen Kanzler alles Gute, viel Erfolg und dabei immer eine glückliche Hand!

Uwe-G. Schulze

Was nun Herr Merz?

Die Wahlen sind gewonnen. Dreißig Prozent sind es nicht geworden, aber eine Regierungsbildung mit zwei Parteien der demokratischen, politischen Mitte ist jetzt möglich.

Dies ist schon einmal gut.

Bis Ostern soll die Mannschaft stehen, soll es einen Koalitionsvertrag geben. Und die Zeit drängt. Nichts schadet mehr, als instabile Machtverhältnisse. Gerade in einer starken Wirtschaftsnation, im Zentrum unseres Kontinents.

Die Herausforderungen bleiben riesengroß.

Der Krieg, ein unberechenbarer amerikanischer Präsident, die Nöte der deutschen Wirtschaft, das andauernde Migrationsproblem und der Klimawandel.

Da müssen Lösungen her. Und die müssen vor allem europäisch gedacht werden, dabei finanzierbar sein und vor Gerichten bestehen können. Die Schuldenbremse aufzuweichen, scheint wegen der Mehrheitsverhältnisse momentan nicht machbar.

Die Menschen brauchen wieder Vertrauen in die Politik. Dabei spielt das Erscheinungsbild der neuen Regierung eine große Rolle.

Uwe-G. Schulze