Verdun

Anfang der Woche machten sich vier Kleinfahrzeuge der Bundeswehr auf den siebenhundert Kilometer langen Weg von Berlin nach Metz in Lothringen. Mit einundzwanzig weiteren Personen, dabei waren aktive Soldaten, Zivilangehörige und Reservisten des Landeskommandos BERLIN, betrat ich erstmalig französischen Boden.

Ziel der Bildungsreise war es, sich u. a. mit den Kampfhandlungen um die Festungsstadt Verdun während des ersten Weltkrieges näher vertraut zu machen und seiner französischen und deutschen Opfer an den zahlreichen Kriegsgräbern zu gedenken.

Eindrucksvoll wird man im MÈMORIAL DE VERDUN in die Gesamtsituation der Kämpfe im Jahr 1916 eingeführt. Feldschlachten, denen Hundertausende zum Opfer fielen, ohne das eine Seite merkliche Geländegewinne erzielen konnte. Ein Durchbruch der deutschen Truppen an dieser Stelle hätte den Weg nach PARIS unweigerlich freigemacht.

Im OSSUAIRE DE DONAUMONT, dem nächsten Besichtigungsort der Reise, liegen die Gebeine von über 130.000 nicht identifizierten französischen und deutschen Soldaten. Der markante Turm des Gebäudes, der wie ein Schwertschafft in den Himmel ragt, ist schon vom Weiten beim Heranfahren zu sehen.

Ein weiterer Höhepunkt und Abschluss der Bildungsreise war die Besichtigung von FORT VAUX. Dieses und zweiundvierzig weitere bildeten den Verteidigungsring um VERDUN. Vierhundert eingeschlossene französische Soldaten um den Kommandanten Sylvain Eugène Raynal ergaben sich hier den anstürmenden deutschen Truppen am 7. Juni 1916 kampflos, weil die Trinkwasservorräte im Fort erschöpft waren und angekündigte Hilfe nicht durchkam.

Vor dem Wochenende verließen wir Frankreich, tief beeindruckt und doch zuversichtlich, weil uns die gelebte deutsch-französische Freundschaft noch eine Weile in Erinnerung bleiben wird.

Die Opfer der Kriege sind uns Mahnung.

Uwe-Gunther Schulze